Infos, die aus Jubelarien bestehen und sonst keine Fakten enthalten sind überflüssig und manche Band, die sich dahinter versteckt, ist es ebenfalls. KRITICOS ist genau so ein Fall. Death Metal? Bei dem Gesang? Wohl eher Deathcore, dazu völlig zahnlos, ohne fetzende Ideen. Zumeist im Midtempo gehalten, ödet die CD »Dead Angels« dermaßen herum, daß ich nicht weiß, wen man damit hinterm Ofen vorlocken will. Man spricht weder die Brutalo- noch die Frickelfraktion an und den Drive von altem Schwedentod hat es auch nicht. Da bin ich eigentlich besseres aus dem Land der Holzfäller gewöhnt. Dies plättet nicht mal 'nen Strohhalm!
Death, Thrah und Hardcore ... NOW BORN HATE benötigen aufgrund ihres Namens eigentlich keine Stilbeschreibung, oder?`»Obsessed« schlängelt sich so am Rand von Unspektakulär dahin, daß einem nicht einmal sonderlich auffällt, daß hier der Sänger ausnahmsweise nicht ganz so schlecht klingt, wie bei den meisten Bands dieser Richtung. Irgendwie passiert wenig auf der CD. Die Band versucht sich mal im langsamen Stop-and-Go, Groove und hin und wieder auch mal kurzen, flotten, straighten Parts. Das wirkt alles zerfasert und am Reißbrett hinkonstruiert. Für mich leblos und bestenfalls zum Töten der Stille um einen herum geeignet, marginal besser als Radio.
Ein klein wenig gefälliger sind die Rein-Deather von JOHNSTON. »Welcome to the Weaseldome« ruppt ziemlich stark, wird aber immer wieder von Breaks zerschossen und zeigt auch Detailverliebtheit in meldoischen Licks. Unterm Strich bleibt jedoch oft eine äußerst wirre Songstruktur, die wohl kaum der Weisheit letzter Schluß ist. Die Bremer sind austauschbar und in meinen Augen gesichtslos. www.deadmastersbeat.de
Der Name THY BLEEDING SKIES läßt auf modernes Gerödel schließen, doch die "junge" Band will sich im klassischen Death positionieren. Das Cover und die Mucke weisen sie dann als Doom Death aus, was bei der Geschichte einiger Beteiligter auch kein Wunder ist. Leider sagt mir »Autumn Souls« nun so überhaupt nicht zu. Das dröselt voll an mein Ohr vorbei. Laaangweilig, gaaaanz Laaaaaaangweilig!
Wieviel Bands braucht ein Mensch? Eine, vielleicht zwei (Sideproject). Oder man kommt aus Schweden. Dort braucht jeder wohl 5 Millionen, mindestens. Rogga ist so ein Kerl. Nur stellt man sich die Frage, wozu, wenn alle Bands mehr oder weniger den selben Krach fabrizieren? RIBSPREADER sind ja irgendwo ganz nett. Es erklingt Death Metal, teilweise mit leichten Grind-Rythmen. Nur gehört »The Van Murders« sicherlich nicht zu den Scheiben, die groß was reißen. Liegt auch an der Auswechselbarkeit, den lahmen Ideen, der Vorhersehbarkeit. Kaum im Rythmus wo man mit muß, drückt ein Break rein. Zwei, drei Wiederholungen, kompletter Wechsel der Thematik. Auch einige Wiederholungen, Soli, großes Zwischenspiel und Schlußalarm. Da wünschte ich mir, Rogga würde einfach etwas straffen und aus der Lack. Dann rumpelt es schön und ich hab Spaß. Ich glaub nämlich nicht, daß die Technik- und Frickelbrigade hier eine neue Heldentruppe findet. Dann wäre das sicherlich auch noch eine Option - nicht für mich, aber Option. So läuft die CD so nebenher und das war's dann auch.
Und noch einmal Schweden. TORCHBEARER legen mit »Death Meditations« eine nette Scheibe hin, die mal reiner Death Metal ist, dann wieder Melo Death und ab und an auch technische Verrenkungen präsentiert. Ein Muß ist die CD noch lange nicht. Nett für ein paar Durchläufe. Lustig, wenn man genauer hinhört, stellt man manchmal fest, daß man dies oder jenes doch kennt. Sind das schelmische Adaptionen oder schnöde Ausleihungen?
Eine Horde von gestylten Emos mit Punk-Attitude macht einen auf Death Metal. Dazu der name THE DEAD LAY WAITING. Hat man eigentlich schon kaum noch Lust, sich damit zu beschäftigen. Und in fünf Jahren können sich die Kinder nicht einmal mehr daran erinnern, jemals in einer Krawallcombo gespielt zu haben... Vielleicht tue ich den Tommies ja unrecht, doch (Death) Metalcore kommt bei mir eben nicht an. Egal wie man den Schrott nennt. Death Metal mit Emo-Gehule und Hardcore-Gebrülle und gestylte Mucker passen nicht wirklich in die Underground-Szene. »Almost Heaven« ist zwar teilweise ganz hörbar, nur gibt es schon genügend ehrliche Durchschnittsband von echten Death Metallern, die hart ausgedrückt so überflüssig wie ein Kropf sind. Da braucht man nicht auch noch sowas.
"Übel, übel", sprach der Dübel und verschwand in der Wand ... Und die CD »The hate Effect« von BLOODWRATH gleich mit ihm. Die Herren aus England machen die Musik, die sie gerne hören wollen? Sollen sie, solche Musik will ich jedoch nicht hören. Die Fünfe haben in meinen Augen also einen schlechten Geschmack und diesen will und kann ich nicht unterstützen. Sie spielen irgendeine Mischung aus Death und Thrash, wobei jeglicher Groove fehlt, die Songs Null Wiedererkennungswert haben und nichts danach schreit, jemals wieder angehört zu werden. Irgendwie habe ich den Eindruck, die Band hat das Ödeste vom Öden anderer Protagonisten zusammengeworfen. Recycling der besonderen Art!
Aus dem Hardcore kommend, ist man mittlerweile bei Death Metal gelandet. Die Mitglieder sind rotiert, der Name hat sich geändert. Die Hardcore-Roots sind teilweise noch erkennbar, wenn Metalcore-mäßig herumgekreischt wird, was glücklicherweise wenig der Fall ist. Ansonsten gibt es auf »Soulgrinder« von BLACKEST DAWN eine schöne Vollbedienung mit Doppelshouter, Melodien und Vorwärtsdrang. Im Einzelnen gibt es in meinen Augen noch einiges zu tun, zu straffen, zu verbessern, der Unterbau wirkt allerdings relativ stimmig. Kann man durchaus etwas draus machen.
Höhö, DEATHRONATION haben einen schönen Rödel- und Old-School-Touch. Kurz und schmerzlos auf die Glocke und fertig. Die Geschwindigkeit übersteigt nicht ein handelbares Maß und unterschreitet auch nicht die Grenzen zum Abreißen des Flusses. »Exochrism« ist also auf gar keinen Fall innovativ. Dafür aber ordentlich und absolut hörbar. Ab und an macht sowas eben einfach Spaß. Und die Ecken und Kanten in der Mucke sind absolut sympatisch.
Zusammenstellung: Otger Jeske